Pulverschrift Berlin 1. Für Luise von Yoko Tawada Regie: Saburo Shimada

Spielzeit: Jetzt und keine Sekunde Später

Ort: Tiergarten, Berlin. Vor der Statue der Königin Luise

Personen: Eine Ex-Arbeiterin aus einer Waschpulverfabrik in Berlin,
Eine Germanistikstudentin aus Südkorea,
Eine Germanistikstudentin aus Japan,
Napoleon Bonaparte,
Eine Journalistin vom „Berliner Blablatt“,
Eine Punk-Frau aus Kreuzberg,
Heinrich von Kleist,
Mori-Ogai (ein japanischer Autor 1862-1922),
Ein preussisch
angezogener japanischer Diplomat,
Ein deutscher Kommilitone von Ogai.

Eine Ex-Arbeiterin und zwei Germanistikstudentinnen aus Japan und Korea treffen sich vor der Statue der Königin Luise. Sie sprechen mit den Personen, die aus der preußischen Zeit in die Gegenwart kommen: Mori Ogai (Autor aus Japan, besuchte 1884-88 Deutschland), Napoleon Bonaparte, Heinrich von Kleist und ein Diplomat aus Japan. Schließlich stellen sie immer wieder neue Verbindungen zwischen all diesen Gedanken und Gesprächen her, in denen sie Berlin und andere Kulturen entdecken.

Der Text besteht aus Gesprächen zwischen den unterschiedlichsten Menschen, die sich bei einem Denkmal in Berlin verabreden und treffen. Sie sprechen unter anderem über das Denkmal, das sie nicht “richtig” verstehen können. Sie bringen es mit den Mythologien, die ihnen bekannt sind, der mit dem modernen Leben zusammen. Dann kommen sie durch unerwartete Umwege doch dazu, über die Geschichte der Stadt Berlin zu sprechen. Zum Schluß wird auf diese Weise eine Verbindung zwischen Berlin und anderen Kulturen hergestellt.

Das Pulver spielt als Motiv eine wichtige Rolle: das Schießpulver, das für den Krieg oder auch für das Feuerwerk anläßlich einer offiziellen Feierlichkeit verwendet wird; die Drogen, die gesellschaftliche Probleme verursachen und gleichzeitig den Traum der Grenzüberschreitung verkörpern; der Sand, mit dem Antigone ihren Bruder bestattet hat; das Mehl und das Salz, womit die Menschen ihr tägliches Brot backen; oder die Asche, die in den Ruinen gesammelt wurde.